Bundle-Färben: Seidenschal mit Krapp und Gelbbeeren
Eine Anleitung von Mykala Micek von Naturally Dyed Goods, in Zusammenarbeit mit themazi.
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie einen Seidenschal mit Krappwurzel-Pulver und Gelbbeeren-Pulver im Bundle-Färben gestalten. Beim Bundle-Färben mit Farbpulvern entstehen marmorierte, fast batikartige Farben. Außerdem ist es sehr sparsam: Schon sehr kleine Mengen Pulver ergeben kräftige, leuchtende Farben, weil der Farbstoff direkt mit der Faser in Kontakt ist. Ein sehr zugängliches Projekt für den Einstieg ins Pflanzenfärben, also trauen Sie sich!
Materialliste
- Ein Schal oder Tuch aus Seide oder Baumwolle. In dieser Anleitung wurde ein Peace-Silk-Schal verwendet; unser ungefärbter Baumwoll-Tüllschal und unsere Rohlinge zum Färben eignen sich ebenfalls. (Baumwolle braucht eine Beize aus Gerbstoff und Alaun; siehe Hinweis unten.)
- Alaun (Kaliumaluminiumsulfat)
- Krappwurzel-Pulver, etwa 100 g (3,5 oz)
- Gelbbeeren-Pulver, etwa 100 g (3,5 oz)
Lieber ein fertiges Set? Unser Bundle-Färbeset enthält alles, was Sie brauchen.
Außerdem benötigen Sie
- Einen großen Topf, den Sie nicht zum Kochen verwenden
- Einen alten Dämpfeinsatz oder ein Edelstahlsieb
- Baumwollschnur oder Gummibänder
- Eine Staubmaske, damit Sie kein feines Pulver einatmen
Schritt 1: Vorwaschen und beizen
Zuerst wird der Schal vorgewaschen und gebeizt. „Vorwaschen“ heißt einfach: sehr gründlich waschen. Die Seide in heißem Wasser mit reichlich pH-neutraler Seife waschen (die meisten pflanzlichen Spülmittel eignen sich) und gut ausspülen.
Zum Beizen Alaun zu 10–15 % vom Trockengewicht des Stoffs (% WOF) abwiegen. Für dieses Projekt waren es etwa 3 Esslöffel. Das Alaun in so viel heißem Wasser auflösen, dass die Seide bedeckt ist, und die Seide mindestens 6 Stunden einweichen, am besten über Nacht.
Hinweis für Baumwolle: Baumwolle vor dem Alaun in einem Gerbstoffbad, etwa mit weißem Gallapfel, einweichen. Siehe Baumwolle und Leinen beizen.
Schritt 2: Muster gestalten und Farbpulver verteilen
Den gebeizten Schal auswringen und flach auf einer sauberen Fläche ausbreiten. Maske aufsetzen. Jetzt entsteht Ihr Unikat. Es gibt keine Regeln, aber Menge und Platzierung der Pulver bestimmen Intensität, Farbverläufe und Farbbalance des fertigen Stücks. Überlegen Sie also, welches Ergebnis Sie möchten.
Für ein zufälliges, batikartiges Muster mit mehr Rot als Gelb streute Mykala zuerst das Krapppulver. Gelbbeeren ergeben ein sehr kräftiges Gelb, deshalb setzte sie sie als Akzent ein und füllte winzige Mengen zwischen den Krapp. Sie brauchen von beiden Farbstoffen nicht viel: Es sind starke Farben, die direkt auf die Faser kommen. Für einen Farbverlauf Krapp an ein Ende, Gelbbeeren an das andere und eine Mischung in die Mitte geben.
Dann den Schal fest zu einem Bündel aufrollen und mit Baumwollschnur oder Gummibändern abbinden, damit die Pulver beim Dämpfen am Stoff bleiben. Die Fransen an beiden Enden einschlagen, damit sie auch Farbe abbekommen. Wo Falten sind, entstehen meist Knickspuren und Spiegelmuster im Druck. Nutzen Sie das für symmetrische oder sich wiederholende Muster!
Schritt 3: Dämpfen und ruhen lassen
Das Bündel in einem Dämpfeinsatz oder alten Edelstahlsieb über köchelndem Wasser 45–60 Minuten dämpfen. Ist die Seide vor dem Dämpfen getrocknet, noch einmal in Wasser oder in die Beizlösung tauchen, damit die Farbe überall satter wird. Dann das Bündel so lange ruhen lassen, wie Sie es aushalten; Mykala wartet am liebsten mindestens 24 Stunden. Das ist der schwierigste Teil, aber die Farben lohnen sich!
Schritt 4: Auspacken, waschen und bügeln
Packen Sie Ihr pflanzengefärbtes Geschenk aus und sehen Sie, was entstanden ist! Gut ausspülen und dann in kühlem Wasser mit pH-neutraler Seife waschen. Erneut spülen und an der Luft trocknen lassen. Für ein glattes Ergebnis noch feucht auf niedriger Stufe bügeln.
Tragen und genießen!
Passend dazu: Seide mit Naturfarben färben · Alles über Krapp · Gelbbeeren: Beizmethoden im Vergleich