Naturfarben: alles, was Sie wissen müssen
Naturfarben sind Farbmittel aus Pflanzen, Mineralien, Pilzen, Flechten und Insekten. Seit Jahrtausenden färbt man damit Textilien, und heute lieben Textilkünstler, kleine Marken und Hobbyfärber sie wieder, weil sie schöne, lebendige Farben aus nachwachsenden Quellen liefern. Dieser Naturfarben-Ratgeber erklärt, was Naturfarben sind, wie sie wirken, mit welchen Sie beginnen und wie Sie damit Stoff färben.
Werkzeuge: Die Gramm an Farbstoff und Beize für jedes Stoffgewicht berechnet unser kostenloser Naturfarben-Rechner, und welche Pflanze welche Farbe ergibt, zeigt unsere Naturfarben-Farbtabelle.
Was ist eine Naturfarbe?
Eine Naturfarbe ist ein Farbstoff, der aus einer natürlichen Quelle gewonnen und nicht aus Petrochemikalien hergestellt wird. Die meisten Naturfarben stammen aus Pflanzen: Wurzeln wie Krapp, Blätter wie Indigo und Färberwau, Blüten wie Färberdistel, Samen und Beeren wie Gelbbeeren sowie Rinden und Schalen wie Walnuss und Granatapfel. Einige stammen von Insekten (Cochenille) oder Flechten.
Naturfarben nach Farbe
- Rot und Rosa: Krapp, Färberdistel, Cochenille. Rote Naturfarben kaufen
- Gelb und Orange: Färberwau, Gelbbeeren, Zwiebelschalen, Granatapfel. Gelbe Naturfarben kaufen
- Blau: Indigo und Waid. Blaue Naturfarben kaufen
- Braun, Grau und Schwarz: Walnuss, Galläpfel, Eicheln, Kiefernrinde, mit Eisen für dunklere Töne. Braune und schwarze Naturfarben kaufen
- Grün und Violett: durch Überfärben (Gelb über Blau für Grün) oder mit Eisen (Krapp oder Sumach für Violett).
Eine vollständige Liste mit den Farben jedes Farbstoffs finden Sie unter Naturfarben zum Färben Ihrer Stoffe.
Wie Naturfarben wirken
Naturfarben werden oft danach eingeteilt, wie sie sich an die Faser binden:
Substantive (direkte) Farbstoffe
Sie binden ohne Beize an die Faser. Gerbstoffreiche Farbstoffe wie Walnussschalen, Galläpfel und Granatapfel sind substantiv. Indigo ist ein Sonderfall: ein Küpenfarbstoff, der sich an die Faser bindet, während er an der Luft oxidiert. Siehe 4 Naturfarben, die keine Beize brauchen.
Adjektive (Beizen-)Farbstoffe
Die meisten Naturfarben, darunter Krapp, Färberwau und Cochenille, brauchen eine Beize, meist Alaun, um sich an die Faser zu binden und wasch- und lichtecht zu werden. Die Beize verändert auch die Farbe: Dasselbe Krappbad kann mit Alaun Rot und mit Eisen Violett ergeben. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber zu Beizen für das Pflanzenfärben.
Welche Fasern lassen sich färben?
Naturfarben wirken am besten auf Naturfasern. Wolle und Seide (Proteinfasern) nehmen Farbe leicht an. Baumwolle, Leinen und Hanf (Zellulosefasern) brauchen für kräftige Farben eine Beize aus Gerbstoff und Alaun. Synthetische Fasern wie Polyester nehmen keine Naturfarben an. Entdecken Sie unsere ungefärbten Stoffe und Rohlinge, vorbereitet für das Pflanzenfärben.
Stoff mit Naturfarben färben: die Grundschritte
- Vorwaschen: Öle, Stärke und Appreturen entfernen. Siehe Stoff für das Pflanzenfärben vorbereiten.
- Beizen: Alaun für Wolle und Seide oder Gerbstoff und Alaun für Baumwolle und Leinen.
- Färbebad ansetzen: mit Farbpulver oder Extrakt und warmem Wasser.
- Färben: den nassen Stoff bei der richtigen Temperatur färben und im Bad abkühlen lassen.
- Spülen und waschen: mit pH-neutraler Seife und im Schatten trocknen.
Lieber ohne Abwiegen? Unsere Naturfarben-Sets enthalten alles für Ihr erstes Projekt.
Rohstoff oder Extrakt?
Färbepflanzen als Rohstoff sind getrocknetes, gemahlenes Pflanzenmaterial wie Wurzel-, Blatt- oder Schalenpulver. Sie sind traditionell und ergeben vielschichtige, warme Töne, aber Sie brauchen viel Material (oft 50–100% WOF, vom Trockengewicht der Faser). Naturfarben-Extrakte sind konzentrierte Pulver: Sie brauchen nur 2–10% WOF, sie lösen sich vollständig und eignen sich gut zum Drucken und Malen. Lesen Sie Stoff mit Naturfarben-Extrakten färben.
Sind Naturfarben farbecht?
Ja, wenn Sie gute Farbstoffe wählen und richtig beizen. Krapp, Färberwau, Indigo, Walnuss und Cochenille haben eine sehr gute Licht- und Waschechtheit; sie färbten Teppiche und Wandbehänge, die nach Jahrhunderten noch leuchten. Manche Farbstoffe, etwa Zwiebelschalen, Kurkuma oder viele Blütenblätter, sind weniger lichtecht und verblassen schneller. Natürliche Farben verändern sich mit der Zeit sanft, statt exakt gleich zu bleiben, was viele Menschen lieben. Damit sie leuchtend bleiben, kühl mit pH-neutraler Seife waschen und ohne direkte Sonne trocknen.
Warum Naturfarben?
- Nachwachsende Quellen: Pflanzen, Wurzeln und Nebenprodukte wie Schalen und Rinde.
- Schöne, vielschichtige Farben: Naturfarben enthalten mehrere Farbverbindungen, daher haben ihre Töne Tiefe und harmonieren gut miteinander.
- Weniger aggressive Chemikalien: Mit einfachen Beizen wie Alaun und Eisen vermeidet das Pflanzenfärben viele Chemikalien des synthetischen Färbens.
- Handwerk und Tradition: Jede Charge ist etwas anders, und Sie können mit einfachen Werkzeugen zu Hause färben.
Naturfarben haben auch Grenzen: Sie kosten mehr, brauchen mehr Zeit und ergeben weniger vorhersehbare Ergebnisse als synthetische Farbstoffe. Lesen Sie unseren ehrlichen Vergleich: Naturfarben vs. synthetische Farbstoffe: 8 Unterschiede.
Über themazi
themazi ist ein Familienunternehmen aus der Türkei, das Färber weltweit mit Naturfarben, Gerbstoffen, Beizen und ungefärbten Textilien beliefert. Viele unserer Farbstoffe, etwa Krapp, Galläpfel, Gelbbeeren und Sumach, sind traditionelle Färbepflanzen Anatoliens. Wir beliefern auch Ateliers und Marken; siehe unsere Großhandelsseite.
Häufige Fragen
Welche Naturfarben sind am häufigsten?
Krapp (Rot), Färberwau (Gelb), Indigo (Blau) sowie Walnuss und Galläpfel (Braun bis Schwarz). Damit und mit Überfärben lässt sich fast jede Farbe erzeugen.
Brauchen Naturfarben eine Beize?
Die meisten ja. Indigo und gerbstoffreiche Farbstoffe wie Walnuss lassen sich ohne Beize verwenden.
Sind Naturfarben sicher?
Viele sind mild, aber „natürlich“ heißt nicht immer harmlos. Tragen Sie Handschuhe und Staubmaske, nutzen Sie Töpfe nur zum Färben und befolgen Sie die Anleitung für jede Beize.
Welche Naturfarbe ist für Einsteiger am besten?
Krapp oder Zwiebelschalen auf Wolle verzeihen viel. Für einen startklaren Einstieg probieren Sie unser Krapp-Färbeset oder das Bundle-Färbeset.
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