Bowl of alum crystals and a spoon of alum powder for natural dyeing

Alaunbeize: WOF-Mengen und Rezepte für Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen

Alaun (Kalialaun, Kaliumaluminiumsulfat) ist die am häufigsten verwendete Beize beim Pflanzenfärben. Die Alaunbeize hilft Farbstoffen, sich mit der Faser zu verbinden, verbessert Wasch- und Lichtechtheit und ergibt klare, leuchtende Farben, besonders auf Wolle und Seide. Dieser Ratgeber erklärt, was Alaun bewirkt, wie man ihn nach WOF abmisst, und gibt praktische Rezepte für jede Faserart.

Shop: Alaunbeize (Kaliumaluminiumsulfat)

Was bewirkt Alaun?

Eine Beize wirkt wie eine Brücke zwischen Farbstoff und Faser. Alaun bindet sich an die Faser, und der Farbstoff bindet sich dann an das Alaun. So hält die Farbe beim Waschen und im Sonnenlicht. Alaun gibt selbst keine Farbe. Es wird seit mehr als 2.000 Jahren so verwendet. Einen Überblick über alle Beizen gibt unser kompletter Ratgeber zu Beizen.

Pulver oder Kristalle?

Alaunpulver und Alaunkristalle ergeben dieselben Ergebnisse, wenn man sie nach Gewicht abmisst. Pulver löst sich schneller, praktisch für kleine Mengen; Kristalle lassen sich bei größeren Mengen gut handhaben.

Was ist WOF?

% WOF bedeutet Prozent vom Trockengewicht der Faser (weight of fiber): das trockene Gewicht Ihrer Faser oder Ihres Stoffs. Alle Mengen in diesem Ratgeber beziehen sich darauf. Beispiel: Wenn Sie 100 g Stoff färben, sind 15 % WOF Alaun 15 g.

Zuerst vorwaschen

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, neuer Stoff sei sauber. Öle, Stärke, Appreturen und Weichmacher verhindern, dass sich Beize und Farbstoff gleichmäßig verbinden. Das führt zu fleckigen oder stumpfen Farben. Waschen Sie immer zuerst vor, besonders Baumwolle und Leinen. Siehe Stoff fürs Pflanzenfärben vorbereiten.

Alaun-Rezepte nach Faser

Wolle und Seide (Proteinfasern)

  • Alaun: 10–15 % WOF (10–15 g für 100 g Wolle)
  • Optional: Weinstein 5–7 % WOF, damit die Wolle weich bleibt und die Farben leuchten
  1. Die Faser in Wasser einweichen, bis sie vollständig nass ist.
  2. Alaun (und Weinstein) in einem separaten Gefäß vollständig in heißem Wasser auflösen.
  3. Die Lösung in einen Topf mit warmem Wasser geben, der groß genug ist, dass sich die Faser frei bewegen kann.
  4. Die Faser hineingeben und langsam auf etwa 80 °C (175 °F) erhitzen. Nicht kochen.
  5. 1 Stunde halten, die Faser ab und zu sanft bewegen, dann im Bad abkühlen lassen. Sie können sie auch über Nacht darin lassen.
  6. Leicht ausspülen und färben, oder trocknen und vor dem Färben wieder anfeuchten.

Kaltbeize: Wolle und Seide lassen sich auch kalt beizen, indem man sie ein bis drei Tage in einem Eimer mit Alaunlösung einweicht. Das ist schonender für die Fasern, aber nicht viel länger einweichen, sonst können sie sich schleimig anfühlen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Beizen von Wolle und Seide.

Baumwolle und Leinen (Cellulosefasern)

Cellulosefasern binden Alaun schlechter als Proteinfasern. Sie werden daher meist zuerst mit Gerbstoff, dann mit Alaun behandelt.

  • Schritt 1, Gerbstoff: 8–10 % WOF, zum Beispiel Gallapfelpulver
  • Schritt 2, Alaun: 15 % WOF
  • Hilfsmittel: Soda 2 % WOF

Beispiel für 100 g Baumwolle: 8–10 g Gerbstoff, 15 g Alaun und 2 g Soda.

  1. Den vorgewaschenen Stoff mehrere Stunden oder über Nacht in einem warmen Gerbstoffbad einweichen, dann auswringen.
  2. Alaun und Soda getrennt in heißem Wasser auflösen, dann beides in einen Eimer mit warmem Wasser geben. Es schäumt.
  3. Den Stoff hineingeben und mehrere Stunden oder über Nacht darin lassen, ab und zu umrühren.
  4. Leicht ausspülen und färben.

Lieber alles in einer Box? Unser Beizset für Baumwolle und Leinen enthält Gerbstoff, Alaun und Soda. Weitere Möglichkeiten wie Aluminiumacetat finden Sie unter Baumwolle und Leinen beizen.

Wo Alaun im Ablauf steht

Vorwäsche → Gerbstoff (nur Baumwolle und Leinen) → Alaunbeize → Farbbad

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Fehlerbehebung

  • Fleckige Farbe: Der Stoff war nicht vollständig nass oder wurde im Bad nicht genug bewegt.
  • Stumpfe oder schwache Farbe: Der Gerbstoffschritt bei Baumwolle wurde ausgelassen, das Wasser ist sehr hart oder der Stoff wurde nicht gut vorgewaschen.
  • Ungelöstes Alaun: Alaun immer vollständig auflösen, bevor die Faser hineinkommt.
  • Jedes Mal andere Ergebnisse: nach WOF abmessen und Zeiten, Temperaturen, Wasser und Mengen notieren.

Lagerung und Sicherheit

Alaun trocken, fest verschlossen und deutlich beschriftet lagern. Staub nicht einatmen, Handschuhe tragen und von Kindern und Haustieren fernhalten.

Häufige Fragen

Ergeben Alaunpulver und -kristalle unterschiedliche Ergebnisse?

Nein. Nach Gewicht abgemessen sind die Ergebnisse gleich.

Ist Gerbstoff für Baumwolle notwendig?

Nicht zwingend, aber er ergibt deutlich kräftigere und gleichmäßigere Farben. Daher empfehlen wir ihn.

Mit wie viel Alaun sollte ich beginnen?

10–15 % WOF für Wolle und Seide und etwa 15 % WOF nach dem Gerbstoff für Baumwolle und Leinen.

Passend dazu: Alaun- und Eisenbeizen · Ratgeber zu Weinstein · Ratgeber zum Gallapfel-Gerbstoff

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