Violett und Mauve mit Krapp färben (Rezept mit Eisenbeize)
Krapp ist berühmt für Rot, aber mit einer Eisenbeize ergibt er wunderschönes Mauve und Violett. Mit diesem Rezept der Pflanzenfärberin Charlotte Treglown färben Sie 100 g Baumwollstoff mit Krapp violett. Für die klassische rote Variante siehe unser Krapp-Färbeset für Rottöne.
Zutaten (für 100 g Stoff)
- 100 g ungefärbter Baumwollstoff, zum Beispiel unser ungefärbter Stoff als Meterware
- 20 g Soda (Natriumcarbonat)
- 100 g Krappwurzel-Pulver
- 2 g Eisensulfat
Benötigte Ausrüstung
- Ein gut belüfteter Raum und eine regelbare Wärmequelle
- Ein Thermometer bis 100 °C (212 °F)
- Ein großer Topf aus Edelstahl oder Emaille mit Deckel, nur zum Färben verwendet (nie wieder für Lebensmittel)
- Ein Plastikeimer
- Eine Zange oder ein Holzlöffel
- Schutzhandschuhe und beim Umgang mit Pulvern eine Staubmaske (optional)
Bevor Sie beginnen
Zuerst wird der Stoff vorgewaschen, dann ein Krappbad angesetzt, der Stoff mit Eisen gebeizt und gefärbt. Die Eisenbeize verschiebt das übliche Rot, Orange und Rosa des Krapps in Richtung Mauve.
- Eisen-Ausrüstung getrennt halten. Schon winzige Eisenreste an Topf oder Löffel machen spätere Farbbäder dunkler.
- Flächen und Hände schützen. Eisensulfat färbt Holz und Haut schwarz. Arbeitsfläche abdecken und Handschuhe tragen.
- Natürlich heißt nicht harmlos. Die Sicherheitshinweise beachten und die gesamte Ausrüstung zwischen den Schritten waschen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Den Stoff vorwaschen
Die Vorwäsche entfernt Öle, Stärke und andere Rückstände aus der Herstellung, damit die Farbe gleichmäßig aufzieht. Den Stoff 90 Minuten im Färbetopf mit 20 g Soda (Natriumcarbonat) köcheln lassen, dann gut spülen. Oder im heißesten Waschmaschinenprogramm (mindestens 90 °C / 190 °F) mit der Soda in der Trommel waschen. Sie können den Stoff trocknen und für später als „vorgewaschen“ beschriften oder direkt weitermachen.
Schritt 2: Das Farbbad ansetzen
Das Krapppulver in den Topf geben und mit reichlich heißem Leitungswasser bedecken. Das Bad auf 60–70 °C (140–160 °F) erhitzen und eine Stunde halten. Nicht heißer werden lassen, sonst werden die Farben braun und stumpf.
Schritt 3: Mit Eisen beizen
Nach dreißig Minuten Erhitzungszeit des Farbbads den Stoff in einen Eimer mit kaltem Wasser legen, damit er gründlich nass wird. Zehn Minuten bevor das Farbbad fertig ist, den Stoff herausnehmen, Handschuhe anziehen und das Eisensulfat im Eimerwasser auflösen. Den Stoff zurücklegen und umrühren, damit er sich gleichmäßig vollsaugt. Das Wasser kann sich blass rostfarben färben; das ist in Ordnung. Etwa 10 Minuten liegen lassen, dann leicht auswringen.
Schritt 4: Den Stoff färben
Den Stoff ins Farbbad geben und eine weitere Stunde bei 60–70 °C (140–160 °F) halten. Dann die Hitze abschalten und den Stoff mehrere Stunden oder über Nacht im Bad abkühlen lassen, dabei ab und zu umrühren.
Den Stoff gut auswringen und ohne direkte Sonne zum Trocknen aufhängen. Wenn er trocken ist, lose Krapppulverreste sanft abbürsten oder abreiben. Zwei bis drei Tage warten, bevor Sie ihn waschen.
Waschen
Den gefärbten Stoff mit pH-neutralem Waschmittel von Hand waschen und gut spülen. Bei der ersten Wäsche löst sich etwas Farbe; das ist normal. Mit heißem Bügeleisen bügeln.
Tipps für Violett und Mauve
- Wenn Sie aus demselben Krapp Rot und Violett möchten, einen Teil des Farbbads abnehmen und den mit Eisen gebeizten Stoff separat darin färben.
- Für dunklere Pflaumentöne etwas mehr Krapp verwenden oder den Stoff ein zweites Mal färben.
- Mehr über Eisen in unserem Ratgeber zu Beizen beim Pflanzenfärben.
Passend dazu: Alles über Krapp · Färben mit Krappwurzel-Pulver · Rote Naturfarben kaufen
4 Kommentare
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