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Eisensulfat (Eisen(II)-sulfat)

Eisensulfat (Eisen(II)-sulfat)

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Eisen (Eisensulfat, Eisen(II)-sulfat) ist die klassische „abdunkelnde“ Beize und der wichtigste Farbmodifikator beim Färben mit Naturfarben. Schon eine sehr kleine Menge verschiebt Naturfarben zu tieferen, kühleren Tönen: Gelb wird oliv und khaki, Krapprot wird pflaumenfarben und violett, und Gerbstoffe wie Galläpfel werden zartgrau bis schwarz. Eisen verbessert außerdem die Lichtechtheit vieler Naturfarben.

Größe: 50 g (1.76 oz). Da Eisen nur in sehr kleinen Mengen verwendet wird, reichen 50 g für viel Faser.

Wie viel Eisensulfat verwenden?

  • Als Modifikator (Nachbad): 0,25 % WOF (vom Trockengewicht der Faser) für eine leichte Veränderung, 0,5–1 % für mittlere, bis zu 2 % für dunkle Töne. Für 100 g Faser sind das nur 0,25–2 g.
  • Als Beize: 2–4 % WOF, vor allem bei Baumwolle und Leinen. Nie mehr als 4 % verwenden – zu viel Eisen schwächt die Fasern.
  • Wolle und Seide: höchstens 1 % WOF. Eisen kann Proteinfasern rau und brüchig machen.
  • Mit Gerbstoffen für Grau und Schwarz: Die Faser zuerst mit Gerbstoff behandeln, dann ein Eisenbad mit 0,5–2 % WOF geben. Für dunklere Töne wiederholen.

WOF bezeichnet das Trockengewicht der Faser. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Beizen beim Pflanzenfärben.

So verwenden Sie Eisen als Nachbad

  1. Die Faser wie gewohnt färben, zum Beispiel mit Krapp, Färberwau oder Granatapfel.
  2. Das abgewogene Eisensulfat in einer Tasse kaltem Wasser auflösen und dann in einen Topf oder Eimer mit warmem Wasser (etwa 50 °C / 120 °F) geben. Die Faser sollte Platz zum Bewegen haben.
  3. Die nasse, gefärbte Faser hineingeben und ständig bewegen. Die Farbe ändert sich innerhalb von Minuten. Herausnehmen, sobald Ihnen der Ton gefällt – nicht länger als etwa 30 Minuten im Eisenbad lassen.
  4. Gut spülen und dann mit pH-neutraler Seife waschen.

Tipps und Sicherheit

  • Eisen getrennt halten. Für Eisen einen eigenen Topf, Löffel und Eimer verwenden. Schon kleine Reste in den Geräten trüben spätere Färbebäder.
  • Klein anfangen. Nachtauchen geht immer – entfernen lässt sich das Eisen nicht mehr, wenn die Farbe sich verändert hat.
  • Beim Abwiegen Handschuhe und Staubmaske tragen, Dampf nicht einatmen und Arbeitsflächen abdecken: Eisen verfärbt Holz und Haut.
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Eisensulfat ist beim Verschlucken gesundheitsschädlich. Verschlossen und trocken lagern.

In der Praxis: Violett- und Mauvetöne mit Krapp und Eisen · Eisengallustinte · Olivgrün mit Färberwau

Häufige Fragen

Was bewirkt Eisen beim Pflanzenfärben?

Eisen dunkelt Farben ab und macht sie kühler. Gelb wird oliv, Rot wird violett, Gerbstoffe werden grau bis schwarz. Zudem verbessert es die Lichtechtheit.

Kann ich Eisen bei Wolle verwenden?

Ja, aber höchstens 1 % WOF und bei niedriger Temperatur. Zu viel Eisen macht Wolle und Seide rau und brüchig.

Wie lange reichen 50 g Eisensulfat?

Sehr lange. Bei 1 % WOF reichen 50 g, um etwa 5 kg Faser zu modifizieren.

Zum Ratgeber: Ratgeber Eisenbeize

Berechnen Sie die genaue Grammzahl für Ihren Stoff mit unserem kostenlosen Naturfarben-Rechner und der WOF-Tabelle.

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