Färben mit Krappwurzel-Pulver (Schritt-für-Schritt-Anleitung)
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie Wolle, Seide, Baumwolle und Leinen mit Krappwurzel-Pulver (Rubia tinctorum) färben und dabei Rot, Rosa, Orange und Violett erhalten. Hintergründe zur Pflanze und ihrer Geschichte finden Sie unter Alles über Krapp.
Was Sie brauchen
- Krappwurzel-Pulver: 50–100 % vom Trockengewicht Ihrer Faser (% WOF). 100 g Krapp für 100 g Faser ergeben kräftiges Rot.
- Vorgewaschene und gebeizte Faser oder Stoff
- Einen Topf aus Edelstahl oder Emaille, der nur zum Färben dient, und ein Thermometer
- Optional: Calciumcarbonat (Kreide) bei weichem Wasser sowie Zitronensäure oder Essig für Orangetöne
Schritt 1: Die Faser vorwaschen und beizen
Die Faser zuerst vorwaschen, damit die Farbe gleichmäßig aufzieht. Dann beizen: Alaun und Weinstein für Wolle und Seide oder ein Gerbstoff mit anschließendem Alaun für Baumwolle und Leinen. Unsere Ratgeber erklären jeden Schritt: Stoff fürs Pflanzenfärben vorbereiten, Wolle und Seide beizen und Baumwolle und Leinen beizen.
Schritt 2: Das Farbbad ansetzen
Das Krapppulver in den Topf geben und mit heißem Leitungswasser bedecken. So viel Wasser verwenden, dass sich die Faser frei bewegen kann und die Farbe gleichmäßig aufzieht. Das Bad auf 60–70 °C (140–160 °F) erhitzen und eine Stunde halten.
Schritt 3: Die Faser färben
Die nasse Faser zugeben und das Bad eine weitere Stunde bei 60–70 °C (140–160 °F) halten. Nicht heißer werden lassen: Über etwa 70 °C ergibt Krapp bräunlichere, stumpfere Farben. Dann die Hitze abschalten und die Faser mehrere Stunden oder über Nacht im Bad abkühlen lassen, dabei ab und zu umrühren. Ist die Farbe nicht tief genug, das Bad erneut erhitzen und abkühlen lassen.
Schritt 4: Spülen und waschen
Die Faser spülen, bis das Wasser klar bleibt, dann mit pH-neutraler Seife waschen. Krapp reagiert sehr empfindlich auf den pH-Wert: Alkalisches Wasser kann die Farbe ins Rosa verschieben.
Das Farbbad wiederverwenden
Ein Krappbad hat meist noch genug Farbe für eine zweite und manchmal eine dritte Partie Faser. Jede Partie wird heller als die vorherige: Diese Nachzugbäder sind perfekt für zartes Rosa und Pfirsich. Das Bad einfach wieder erhitzen und weitere gebeizte Faser zugeben.
So verändern Sie die Farbe
- Orange und Gelb: Die Faser nach dem Färben in Wasser mit etwas Zitronensäure oder Essig tauchen. Sie können auch Zitronensäure in ein erschöpftes Bad geben und neue Faser 30 Minuten darin erhitzen.
- Rosa: Eine leicht alkalische Spülung verschiebt Krapp ins Rosa.
- Violett und Mauve: Die Faser vor dem Färben mit Eisen (Eisensulfat) beizen und bei denselben 60–70 °C färben. Damit kein Eisen in Ihr rotes Bad gelangt, einen Teil des Farbbads abnehmen und die mit Eisen gebeizte Faser separat darin färben. Ein kurzes Eisenbad nach dem Färben „trübt“ (verdunkelt) die Farbe ebenfalls. Siehe Violett und Mauve mit Krapp färben.
Häufige Fragen
Warum ist mein Krapprot braun oder stumpf?
Das Bad war wahrscheinlich zu heiß. Krapp unter 70 °C (160 °F) halten. Auch weiches Wasser kann schwächeres Rot ergeben; eine Prise Calciumcarbonat hilft.
Wie viel Krapp brauche ich?
50–100 % WOF Wurzelpulver für mittleres bis tiefes Rot. Für dieselbe Farbe mit weniger Material probieren Sie Krapp-Extrakt mit 3–10 % WOF.
Kann ich Baumwolle mit Krapp färben?
Ja, aber Baumwolle braucht zuerst eine Beize aus Gerbstoff und Alaun. Unser Krapp-Färbeset enthält alles, was Sie brauchen.
Video-Anleitung
Die Pflanzenfärberin BillyNou zeigt in diesem Video das Färben mit Krapp.
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