Stoff mit Naturfarben-Extrakten färben
Naturfarben-Extrakte sind konzentrierte Pulver aus Färbepflanzen. Sie ergeben dieselben Farben wie rohe Wurzeln, Blätter oder Schalen, aber Sie brauchen nur eine kleine Menge, sie lösen sich vollständig auf und es muss nichts aus dem Topf abgeseiht werden. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Stoff mit Naturfarben-Extrakten färben.
Warum Naturfarben-Extrakte verwenden?
- Kleine Mengen: meist 2–10 % WOF (vom Trockengewicht der Faser) statt 50–100 % bei rohen Färbepflanzen.
- Gleichmäßige Farbe: Extrakte lösen sich vollständig, es gibt also keine Pflanzenteilchen, die Flecken verursachen.
- Leicht zu lagern und abzumessen: In einem trockenen, verschlossenen Behälter halten sie jahrelang.
- Vielseitig: ideal für Farbbäder, Druck, Malen, Ecoprint und zum Mischen von Farben.
Unsere Naturfarben-Extrakte umfassen Krapp (Rot), Färberwau (Gelb), Gelbbeeren (Gelb bis Orange), Indigo (Blau), Eichel und Rotkiefernrinde (Brauntöne).
Welche Stoffe eignen sich am besten?
Naturfasern: Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle und Seide. Synthetische Fasern wie Polyester nehmen keine Naturfarben an. Wählen Sie ungefärbten Stoff ohne Beschichtung, etwa unseren ungefärbten Stoff als Meterware.
So färben Sie Stoff mit Naturfarben-Extrakten
Schritt 1: Den Stoff vorwaschen
Den Stoff gründlich waschen, um Öle, Stärke und Appreturen zu entfernen. Baumwolle und Leinen sollten mit Soda abgekocht werden. Siehe Stoff fürs Pflanzenfärben vorbereiten.
Schritt 2: Den Stoff beizen
Die meisten Extrakte brauchen eine Beize, damit die Farbe hält. Indigo ist die Ausnahme: Er wird in einer Küpe gefärbt und braucht keine Beize.
- Wolle und Seide: 10–15 % WOF Alaun mit 5–7 % WOF Weinstein, sanft erhitzt auf etwa 80 °C (180 °F) bei Wolle oder 70 °C (160 °F) bei Seide. Siehe Wolle und Seide beizen.
- Baumwolle und Leinen: ein Gerbstoffbad (8–10 % WOF), dann 15 % WOF Alaun mit 2 % Soda. Siehe Baumwolle und Leinen beizen.
Schritt 3: Den Extrakt auflösen
Den Extrakt abwiegen. Die Stärken unterscheiden sich, prüfen Sie daher jede Produktseite. Als Richtwert von hellen bis tiefen Tönen: 0,5–3 % WOF Färberwau-Extrakt, 3–10 % WOF Krapp-Extrakt und 1–10 % WOF Granatapfel- oder Walnuss-Extrakt. Mit etwas heißem Wasser zu einer glatten Paste anrühren, dann weiteres heißes Wasser zugeben, bis alles vollständig gelöst ist.
Schritt 4: Färben
Einen Topf aus Edelstahl oder Emaille mit so viel warmem Wasser füllen, dass sich der Stoff frei bewegen kann, und den gelösten Extrakt einrühren. Den nassen, gebeizten Stoff zugeben. Langsam erhitzen und das Bad 45–60 Minuten bei der richtigen Temperatur halten, dabei den Stoff sanft bewegen:
- Krapp: 60–70 °C (140–160 °F), nie heißer, für leuchtendes Rot
- Färberwau: 70–80 °C (160–175 °F)
- Die meisten anderen Extrakte: 80–85 °C (175–185 °F), ohne zu kochen
Dann die Hitze abschalten und den Stoff im Bad abkühlen lassen, um eine tiefere Farbe zu erhalten.
Schritt 5: Spülen, waschen und trocknen
Spülen, bis das Wasser klar bleibt, mit pH-neutraler Seife waschen und im Schatten trocknen. Nass wirken die Farben dunkler und werden beim Trocknen etwas heller.
Tipps für bessere Ergebnisse
- Immer zuerst an einer kleinen Probe testen und Mengen, Zeiten und Temperaturen notieren.
- Eigene Töpfe und Werkzeuge zum Färben verwenden und Eisenwerkzeug von allem anderen getrennt halten.
- Für dunklere Töne mehr Extrakt zugeben oder ein zweites Mal färben, statt zu kochen.
- Farben mit Modifikatoren verändern: Etwas Eisen macht Farben dunkler und kühler, saure oder alkalische Spülungen verschieben manche Farbstoffe. Siehe Färbehilfsmittel.
- Extrakte für neue Farben mischen oder überfärben: Färberwau über Indigo ergibt Grün.
Häufige Fragen
Wie viel Naturfarben-Extrakt brauche ich?
Meist 2–10 % vom Trockengewicht des Stoffs, je nach Extrakt und gewünschter Farbtiefe.
Kann ich Extrakte für Ecoprint verwenden?
Ja. Extrakte eignen sich hervorragend, um beim Ecoprint die „Decke“ einzufärben und um auf gebeizten Stoff zu malen oder zu drucken.
Sind Extrakte so farbecht wie rohe Färbepflanzen?
Ja. Sie enthalten dieselben Farbstoffe, daher ist die Echtheit bei richtig gebeiztem Stoff gleich.
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